OLGA

Modul 2: Naturschutz und regionale Wertschöpfung in der Landwirtschaft

Kooperationsstrukturen für die Erzeugung und Vermarktung von regionalen Produkten unterstützen

© Himbeerspecht | Liane Hoder
© Himbeerspecht | Liane Hoder

OLGA denkt Naturschutz, Ernährung und regionale Wertschöpfung zusammen und versucht, Initiativen und Menschen, die Produktion, Verarbeitung, Vermarktung und Konsum von regional nachhaltigen Lebensmitteln in der Region Dresden unterstützen, zu vernetzen, eine gemeinsame regionale Wertschöpfung zu fördern und entsprechende Strukturen zu etablieren. Durch verschiedene Veranstaltungsformate wird die Fachöffentlichkeit aber auch die breite Bevölkerung in den Prozess des Bewusstwerdens über die eigene Region und ihre Potenziale und Ressourcen eingebunden.

Wo können regionale Wertschöpfungskreisläufe geschaffen bzw. optimiert, Akteure entlang der Wertschöpfungskette vernetzt und allgemein Kooperationsstrukturen für die Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung und den Konsum von regionalen Produkten geschaffen bzw. unterstützt werden?

Welche regionalen Finanzierungsmodelle braucht es, damit regionale Kooperationsstrukturen langfristig handlungsfähig bleiben?

Wie kann das öffentliche Bewusstsein für regionale Produkte im Bereich Energienutzung und Lebensmittel nachhaltig erhöht werden?

Im Modul 2 werden folgende Aktivitäten durchgeführt:

  • Analyse der landwirtschaftlichen Nutzung früher und heute in der Region Dresden und Charakterisierung der landwirtschaftlichen Typik 
  • Umfrage zur Angebotssituation regionaler Produkte in Gastronomie & Co.
  • Analyse von zusätzlichen Potenzialen zur regionalen Wertschöpfung und Finanzierung
  • Erarbeitung von Leitlinien für regionale Erzeugung und Vermarktung in der Region Dresden
  • Etablierung von Kooperationsstrukturen für die Erzeugung und Vermarktung regionaler Produkte

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Regional gekauft und verzehrt: Verweile doch, das Gute liegt so nah!

Online-Austausch mit Gastronomie und Naturkosthandel

© Pexels | Ella Olsson

Anfang des Jahres 2021 lud das Umweltzentrum Dresden zu einem digitalen Austausch über das Thema Regionalität in der Gastronomie ein. Dabei warfen Gastronom:innen aus der Projektregion Dresden, Naturkostgroßhandel und weitere Akteure von verschiedenen Projekten und Vermarktungsinitiativen einen Blick auf die Struktur der vorhandenen regionalen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Gastronom:innen und Erzeuger:innen. 

Eingangs boten drei Kurzvorträge Impulse zur Diskussion: Robin Ehrhardt vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) stellte die Gastroplattform Wirt sucht Bauer vor und Philipp Kögler sprach über die ersten Erfolge mit dem digitalen Marktplatz lefoodie für regionale Erzeuger:innen und Gastronom:innen im Raum Leipzig. Ergänzend zu den beiden Vermarktungsplattformen präsentierte Stefan Mansfeld vom Sächsischen Landesamt für Landwirtschaft und Geologie das Verbraucherportal regionales.sachsen.de. Die Veranstaltung wurde von Julia Leuterer, Geschäftsführerin der Lokalen Agenda Dresden, moderiert.

Nach den Impulsvorträgen wurde lebhaft diskutiert: Die Zahlungsbereitschaft für regionale Produkte könne beim Gast als Endkunden sehr hoch sein. Voraussetzung dafür sei aber ein überzeugendes ‚Storytelling‘, die Erzählung einer authentischen Geschichte über die/den Erzeuger:in und die Herkunft der Produkte aus nächster Nähe. Der Bedarf für eine regionale Vermarktungsplattform sei durchaus vorhanden, Herausforderungen dabei seien jedoch Logistik, eine ausreichende Produktpalette und bedarfsgerechte Mengen. Auch der persönliche Kontakt zwischen Erzeuger:in und Gastronom:in sei als Grundlage für eine gute Geschäftsbeziehung nicht zu unterschätzen. Im meist stressigen Alltagsgeschäft mit wenig Zeitressourcen müsse eine Bestellung auch mit nur wenigen Klicks erledigt sein. 

Nach der Veranstaltung zeigte sich ein hoher Bedarf auf Seiten der Gastronomie an Kontakten zu Erzeuger:innen und an der Weiterentwicklung von regionalen Bezugsquellen. Diesen und weiteren Themen im Bereich regionale Wertschöpfung wird sich das Projekt OLGA in den kommenden Monaten widmen. 

Naturschutz, Klimawandel, Ernährung und Landwirtschaft - Landschaftliche Perspektiven in und um Dresden

Zahlreiche Karten visualisieren die aktuelle naturräumliche Ausstattung, Fließgewässer- und Bodentypik, Schutzgebietskulisse und mehr in der Region Dresden. | Karten: Eva Gruhl, Umweltzentrum Dresden e. V.

In einer umfassenden Analyse der landschaftlichen Gegebenheiten in Dresden und Umgebung betrachten wir die Region aus verschiedensten Blickwinkeln. Damit wollen wir den Status Quo der Landschaft, deren Beschaffenheit, Potenziale und naturräumliche Ausstattung, erforschen und visualisieren, um daran orientiert Möglichkeiten für eine nachhaltige Landnutzung und -bewirtschaftung aufzeigen und umsetzen zu können. Untersucht wird die Landschaft im 50 km-Radius um Dresden z. B. hinsichtlich seiner Bodenfruchtbarkeit, der vorhandenen Schutzgebiete, naturräumlichen Gliederung und Gewässertypen. Die aktuelle Landschaftsstruktur wird mittels einer Fülle von Karten zu unterschiedlichen Themen visualisiert.  

Der Fokus der Analyse lag bisher auf den naturräumlichen Gegebenheiten. Wir wollen nämlich herausfinden, wie die Region "natürlich gewachsen" ist. Aktuell liegt der Schwerpunkt stärker auf den kulturräumlichen Eigenschaften und Voraussetzungen in Bezug auf die Bereiche Land- und Ernährungswirtschaft als auch Naturschutz und Biodiversität. Welche (gesellschaftliche) Funktion können in dieser Hinsicht zum Beispiel Streuobstwiesen oder Hecken übernehmen, z. B. als Nahrungsquelle oder Erholungsorte? Wie anfällig sind die landwirtschaftlich genutzten Flächen gegenüber klimatischen Änderungen? Und wie schaut es mit der Flächennutzung für (menschliche) Ernährungszwecke in der Region Dresden aus? Auf diese und noch weitere Fragen werden wir Antworten finden. Bleibt also gespannt.