OLGA

Liebe Leserinnen und Leser,

© mhp - stock.adobe.com

der Sommer 2022 ist in vollem Gange, und die nächse Hitzewelle glättet langsam wieder ihre Wogen. Die nicht enden wollende Trockenheit führte bereits zu hohen Ernteausfällen in der Landwirtschaft. Zu der klimatisch höchst aufgeheizten Lage kommt eine geopolitisch ebenso angespannte Situation aufgrund des seit Ende Februar andauernden Angriffskriegs, den Russlands Präsident Putin gegen die Ukraine führt und weltweit die Energie- und Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen lässt. Die Leute scheinen plötzlich noch interessierter als vorher an regionalen Kreisläufen zu sein, ob in Form von lokalen Wärmenetzen oder regionalen Anbaukonzepten, um die ausbleibenden Weizen-  und andere Lebensmittel-Importe aus der Ukraine zu kompensieren.

Gerade jetzt sind Stadt-Land-Plus- und andere Forschungsprojekte gefragt, Antworten zu liefern auf die immer drängenderen Fragen unserer Zeit, die wir uns nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie stellen: Wie können wir nachhaltige regionale Wertstoff- und Wertschöpfungskreisläufe schaffen, die uns - zumindest teilweise -  unabhängig machen von den globalen Märkten? Nicht zu vergessen der Klimawandel, der von uns regenerative Nutzungskonzepte für Stadt und Land fordert, damit wir unsere natürlichen Ressourcen und Nahrungsgrundlage am Ende nicht gänzlich verlieren. Im Projekt OLGA arbeiten wir an diesen Konzepten und möchten damit beitragen zu mehr Wissen für zukunftsfähige Landwirtschaft und regionale Wertschöpfungsbeziehungen zwischen Städten und ihrem Umland.

In dieser Newsletter-Ausgabe geben wir u. a. einen Überblick über die Ergebnisse der 2021 in Dresden und Region gelaufenen Umfrage "Wie regional ist Dein Einkauf?", zeigen erste Auswertungen der Agrarholz-Untersuchungen zum Mikroklima und zur Gehölzphysiologie, reflektieren die Veranstaltungsreihe der OLGA-Fokusgruppen 2022, berichten über das erste Vernetzungstreffen der Landeshauptstadt Dresden mit der TU Dresden zum Thema Nachhaltigkeit und stellen zukunftsfähige Landbau-Initiativen und andere Projekte und Fördermöglichkeiten in der Region Dresden, in Sachsen und Deutschland vor.  

Viel Spaß beim Lesen und einen trotz der Umstände schönen Sommer wünscht

das OLGA-Projektteam

Wie regional ist dein Lebensmitteleinkauf?

Bürger:innen befragten Gastronomie und Handel in Dresden und Region

© Pottlecker | Meine Ernte

Von Juni bis Oktober 2021 haben die TU Dresden und das Umweltzentrum Dresden e. V. eine Umfrage zum aktuellen Angebot an regionalen Produkten im Einzelhandel und in der Gastronomie in Dresden und Umland konzipiert und durchgeführt. Während dieser Zeit waren Bürger:innen aufgerufen, mittels Online-Fragebogen das Personal der von ihnen gewöhnlich besuchten Restaurants und/oder Lebensmittelläden oder Wochenmärkte hinsichtlich der Regionalität der bei ihnen angebotenen Produkte zu befragen. Durch die Teilnahme an der Umfrage sollte bei Verbraucher:innen als auch bei verarbeitenden sowie vermarktenden Betrieben ein Bewusstsein für die Verwendung von Lebensmitteln aus der Region geschafft werden. 

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Agrarholzstrukturen an Fließgewässern

Monitoring des Mikroklimas und Analysen zu Vegetationsstruktur und Gehölzphysiologie von verschiedenen Pappelgenotypen - Auswertung der Messkampagne 2021

© TU Dresden, IWD | Manuel Wewer

In OLGA werden an den Standorten Peickwitz (Brandenburg) und Klingenberg-Colmnitz (Sachsen) Agrarholzsysteme an Fließgewässern hinsichtlich ihrer mikroklimatischen Auswirkungen auf das Gewässer selbst, den Boden und auf die unmittelbare Umgebung untersucht. Neben den klimatischen werden weitere Analysen zur Gehölzphysiologie, Vegetationsvielfalt und Biomassezuwachs durchgeführt. Im Artikel werden ausgewählte Ergebnisse aus dem letzten Jahr vorgestellt.

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Perspektiven für Nachhaltige Landnutzung und Regionale Wertschöpfung - Rückblick auf die OLGA Fokusgruppen 2022

60 regionale Akteure diskutierten zu den Themen Agrarholz und Biodiversität, Agroforst im Gewässerschutz, regionale Wertschöpfung mit Hülsenfrüchten und mehr Fläche für regionale Ernährung.

© Anke Hahn

Bei den OLGA-Fokusgruppen kamen Akteure aus Stadt und Land, vor allem aus Verwaltung, Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung sowie (landwirtschaftliche) Beratung zusammen. Dabei kristallisierten sich einige interessante Anknüpfungspunkte und Ideen für zukünftige Projekte in der Region Dresden heraus. Wir blicken zurück auf die Veranstaltungsreihe und wagen zugleich einen Ausblick auf das, was kommt.

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Würzige Mini-Mahlzeiten aus Hülsenfrüchten

EIP-AGRI-Projekt baut regionale Wertschöpfungskette mit Leguminosen in Sachsen auf.

CO2-Verbrauch bei der Erzeugung von 1 kg Rindfleisch im Vergleich zu Leguminosen | © QFI Quendt Food Innovation KG

Der Klimawandel schreitet rasant voran. Alle Menschen und Wirtschaftsbereiche, vor allem die Land- und Ernährungswirtschaft, sind gefordert, die CO2-Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Leguminosen, auch unter dem Begriff Hülsenfrüchte bekannt, sollen mehr Eingang in die menschliche Ernährung in Sachsen bekommen. Die Regionalisierung von Wertschöpfungsbeziehungen und Leguminosen als Feldfrucht können dabei eine wichtige Funktion übernehmen. Das aus Mitteln der Europäischen Union geförderte EIP-AGRI-Projekt entwickelt eine regionale Wertschöpfungskette für leckere, pikante Mini-Mahlzeiten, bestehend aus einer glutenfreien Teigunterlage mit Hülsenfrüche-Anteil und unterschiedlicher würziger Füllungen. Vom regionalen Anbau der Hülsenfrüchte über die Verarbeitung in regionalen Mühlen bis zur Vermarktung in Bäckereien in der Region wird so eine neue Wertschöpfungslinie entwickelt. Leguminosen haben einen hohen Nährwert und bieten vielfältige Optionen zur Erweiterung des Lebensmittelmarktes hin zu einer klimafreundlichen, gesunden und nachhaltigen Ernährung.

 
Neue Wertschöpfungskette für Mini-Mahlzeiten mit Leguminosen
© QFI Quendt Food Innovation KG

Die Arbeitsgemeinschaft Leguminosen in Sachsen mit dem Lead Partner Quendt Food Innovation KG realisiert das Projekt zusammen mit Projektpartnern aus den Bereichen Landwirtschaft, Agrar- und Lebensmitteltechnik, Bäckereiwesen, Bildung und Marketing. Im Projekt werden Impulsmodelle, Strukturen und Prozesse bis hin zu Verkaufsschulungskonzepten entwickelt.  Zum Ende des Projektes 2023 werden der großangelegte Anbau und die Aufbereitung von Leguminosen sowie die Herstellung von fortschrittlichen Produkten aus Hülsenfrüchten für die Humanernährung und ihre kundenorientierte, flächendeckende Vermarktung in Sachsen beginnen.

OLGA unterstützt die Quendt Food Innovation KG bei der Bewerbung und Vermarktung der Mini-Mahlzeiten in Dresden und Region. Wir stellen Beziehungen zwischen Landwirt:innen her, welche die entsprechenden Hülsenfrüchte anbauen, und Verarbeiter:innen - auch über die bestehenden Wertschöpfungsbeziehungen hinaus. Nicht zuletzt versuchen wir, Hülsenfrüchte als wertvolle Fleischalternative unter das Volk zu bringen.

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Entwicklung zukunftsfähiger Beteiligungs- und Finanzierungsformen für die regionale Land- und Ernährungswirtschaft

OLGA nimmt gemeinschaftlich orientierte nachhaltige Geschäftsmodelle unter die Lupe.

© Himbeerspecht | Liane Hoder

Geld und Finanzen spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der gesamtgesellschaftlichen Transformation, auch in der Land- und Ernährungswirtschaft. Das aktuelle marktwirtschaftliche System einschließlich der europäischen, nationalen und regionalen Fördermaßnahmen zielt nach wie vor auf Gewinnmaximierung und Wachstum ab, anstatt die Förderung leistungsfähiger Unternehmen mit zukunftsfähigen Managementstrategien in den Blick zu nehmen. Das Projekt OLGA entwickelt und unterstützt nachhaltige Beteiligungs- und Finanzierungsmöglichkeiten für Neugründungen und bestehende Unternehmen, die aufgrund starker Werteorientierung im Vergleich zu typischen Geschäftsmodellen bei einer klassischen Bankenfinanzierung benachteiligt werden, untersucht.

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Was geht "nachhaltig" in Dresden?

Vernetzungsworkshop zwischen Landeshauptstadt Dresden und TU Dresden

© Teresa Berg

Lange wurde darüber gesprochen, Ende Juni 2022 kam es nun zum ersten "Come Together": Akteure der Landeshauptstadt Dresden und der Technischen Universität Dresden trafen sich im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche an der TU Dresden zum Workshop "Was geht nachhaltig in Dresden?". Organisiert wurde die Zusammenkunft vom Green Office der TU Dresden und der Zukunftsstadt Dresden, die seit 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und bisher eine Reihe von zukunftsfähigen Bürger:innen-Projekten und Initiativen hervorgebracht hat.

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Die Agrarwende gemeinschaftlich gestalten

Im Gespräch mit Andreas Kretschmer von der Permagold eG

Als Stadt-Land-Plus-Projekt interessiert OLGA insbesondere die Beziehungen zwischen Stadt und Land. Sei es in Form einer Wertschöpfungsbeziehung zwischen Erzeuger und Vermarkter oder in Form einer freundschaftlichen Beziehung zwischen Menschen aus Stadt und Dorf, die das Land gemeinsam nachhaltig gestalten und voneinander lernen wollen. Die Permagold eG hat sich zum Ziel gesetzt, gesunde Lebensmittel, ökologisch wertvoll in regenerativer Landwirtschaft zu produzieren. Im Einklang mit der Artenvielfalt, dem Schutz des Klimas, der Böden sowie dem Grundwasser sollen die Menschen Zugang zu Lebensmitteln voller Geschmack aus regionaler Produktion bekommen. Mit ihrem ersten Erzeugerbetrieb in Nebelschütz möchte Permagold auch die Einwohner:innen von Dresden mit frischen regionalen Produkten versorgen. Wir haben mit dem Vorsitzenden der Genossenschaft, Andreas Kretschmer, über das Selbstverständnis und die "Stadt-Land-Brücke" im Kontext von Permagold gesprochen.

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Und wie trocken wird es Morgen?

Wasserstress-Monitoring für Mitteldeutschland

© EXPRESS/UFZ

Basierend auf den Daten des UFZ-Dürremonitors des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung veröffentlicht das Vorhaben EXPRESS regelmäßig aktualisierte Karten zur Trockenheit von Gesamtboden und Oberboden sowie über das pflanzenverfügbare Wasser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

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Projektaufruf WIR! - 1. DMPL-Call zum Einreichen von Projektideen

DMPL-Verbundvorhaben fördert innovative F+E-Vorhaben in Sachsen

Hintergrund des Aufrufes ist der gewonnene Zuschlag im Förderprogramm WIR! für das Innovationsbündnis DMPL und damit die Möglichkeit der Förderung von innovativen Forschungs- und Entwicklungsprojekten (FuE) in der gesamten Wertschöpfungskette vom Erzeuger zum Verbraucher, mit dem Schwerpunktthema Landwirtschaft.

Der Aufruf ist innerhalb des gesamten Innovationsfeldes themenoffen. Besonderes Interesse besteht an praxisorientierten Verbund-Projekten, mit klar erkennbarem FuE-Charakter. Besonderen Stellenwert haben dabei die 

Themen:

  • Agri-Photovoltaik
  • Frühe Nachwuchsgewinnung für die Landwirtschaft (landwirtschaftliche Bildung)
  • Wertschöpfungskette vom Erzeuger zum Verbraucher
  • Wertschöpfungskettenorientierte Ökosystemleistungen für die Landwirtschaft
  • Wertschöpfungssteigernde Agroforstsysteme
  • Feldrobotik und Schwarmsysteme

Ziel ist es, durch die Unterstützung industrieller, wirtschaftlicher, landwirtschaftlicher und/oder wissenschaftlicher Partner im westlichen Sachsen einen Beitrag zur "DMPL-Strategie" zu leisten und den Strukturwandel in der Region zu befördern.

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Zukunftsfähige Landwirtschaft mit Agroforstsystemen 

Jetzt noch Anträge für Modell- und Demonstrationsvorhaben stellen!

© Tschechischer Verband für Agroforstwirtschaft

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beabsichtigt, Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) im Rahmen eines Aufrufs zum Thema „Zukunftsfähige Landwirtschaft mit Agroforstsystemen“ zu fördern. Die Förderung erfolgt über das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ (FPNR) und untersetzt den Förderschwerpunkt „Entwicklung von Konzepten für eine nachhaltige Erzeugung und Verwertung nachwachsender Rohstoffe unter besonderer Berücksichtigung der Ressource Wasser“. Anträge werden bis 31. August 2022 angenommen.

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Veranstaltungen Sommer/Herbst 2022

22.-24.07.2022, Freiburg  | AgriKultur Festival 2022  mehr Info

27.-28.07.2022, Nürnberg  |  Kongress StadtLandBio  mehr Info

05.08.2022, online | AgiL-Sprechstunde für regionale Wertschöpfung  mehr Info

01.09.2022, online | 6. BZfE-Forum: Ernährung 4.0 - wie die Digitalisierung unser Essen beeinflusst  mehr Info

02.09.2022, online | AgiL-Sprechstunde für regionale Wertschöpfung  mehr Info 

03.09.2022, Dresden  |  Kraftwerk Mitte Fest [OLGA ist mit einem Infostand zu Hülsenfrüchten dabei! ;-)]  mehr Info

09.09.2022, online  | DMPL-Innovations-Workshop zum Thema Agri-Photovoltaik (im Rahmen des Förderaufrufes für innovative Projekte mit FuE-Charakter für die regionale Landwirtschaft in Sachsen)  mehr Info

09.-10.09.2022, Görlitz  |  Denksalon Ökologischer und Revitalisierender Stadtumbau "Stadt - Region - Mensch": Transformation durch Zuwanderung in kleinere Städte und peripherisierte Regionen: Erfordernisse, Chancen, Erfahrungen  mehr Info

15.09.2022, Weißenfels/Köthen  |  1. Mitteldeutscher Agroforst-Feldtag  mehr Info

15.09.2022, Rostock  |  Fachtagung: Gute Stadt-Land-Beziehungen für eine nachhaltige Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern  mehr Info

18.09.2022, Tharandt  |  Tag der Kulturpflanzenvielfalt  mehr Info

19.-20.09.2022, Leipzig  |  Stadt-Land-Plus Statuskonferenz 2022  mehr Info

21.-22.09.2022, Dresden  |  IOER Jahrestagung 2022 "Raum & Transformation: Lebenswerte Zukünfte"  mehr Info

04.11.2022, Dresden & online  |  SAVE THE DATE! Abschlusskonferenz Innoland Sachsen: Innovative Modelle für eine nachhaltige und regionale Wertschöpfung - Synergien und Potenziale der Solidarischen Landwirtschaft in Sachsen  mehr Info

Impressum

Dieser Newsletter wird herausgegeben von der Landeshauptstadt Dresden als für die Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Verbundpartner im Projekt OLGA, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Stadt-Land-Plus-Programms gefördert wird.

Landeshauptstadt Dresden
Bürgermeisteramt
Dr.-Külz-Ring 19
01067 Dresden

Redaktion: Anke Hahn | Kontakt
Mit Beiträgen von Michaela Hildebrand, Prof. Doris Krabel, Ramune Pansa, Thomas Schindhelm und Manuel Wewer

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